Thema Bildungsarbeit

(mit Fokus auf non-formales und informelles Lernen)

… aus Sicht des Bundeskanzleramts – Sektion Familien und Jugend (BKA)

Die Anforderungen an die Bildung junger Menschen steigen stetig. Der Arbeitsmarkt verlangt neben guten schulischen Leistungen und Fachwissen auch ausgeprägte Sozial- und Selbstkompetenzen. Diese Kompetenzen können Kinder und Jugendliche in der Schule, während der Berufsausbildung und im Rahmen der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit durch informelles und non-formales Lernen erwerben.

Die Vielfalt der Tätigkeiten und Angebote der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit leistet einen wesentlichen Beitrag zur individuellen Bildungs- und Karrierebiografie.

Um ein stärkeres Bewusstsein für den Wert der informell und non-formal erworbenen Kompetenzen als wesentliche Ergänzung zur schulischen Bildung zu bewirken, werden im zuständigen Jugendressort gezielt Maßnahmen mit Fachpersonen unter Berücksichtigung des Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) erarbeitet.

Good Practice-Beispiele

WIK:I (Was ich kann durch informelles Lernen)

WIK:I-Logo "Was ich kann durch informelles Lernen"

WIK:I ist ein niederschwelliges Modell zum Sichtbarmachen und zur Anerkennung von informell erworbenen Grund- und Schlüsselkompetenzen für Jugendliche und junge Erwachsene.

aufZAQ

aufZAQ-Logo / Schriftzug

aufZAQ zertifiziert in Österreich und Südtirol non-formale Lehrgänge für Personen, die in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit tätig sind.

… aus Sicht der verbandlichen Jugendarbeit (BJV)

Organisationen der verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit verfolgen einen ganzheitlichen und partizipativen Bildungsansatz. Sie nehmen die Anliegen und Interessen von jungen Menschen ernst und unterstützen sie bei der Entwicklung persönlicher Kompetenzen.

Die in der verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit vorhandenen Angebote und Methoden sind so vielfältig wie die Organisationen selbst. Sie vermitteln eine große Fülle an Kompetenzen und Wissen. Angefangen bei den sogenannten Soft Skills bis hin zu technischen und organisatorischen Fähigkeiten werden junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung und ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement unterstützt.

… aus Sicht der Interessensvertretung (BJV)

Die Bundesjugendvertretung organisiert – abhängig von ihren aktuellen Arbeitsschwerpunkten – immer wieder kostenlose Bildungsangebote für MultiplikatorInnen aus der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit.

Ziel dieser Bildungsangebote ist es, inhaltliches Grundlagen- und Methodenwissen zu vermitteln sowie Raum für Anwendung und Austausch zu bieten. Über aktuelle Bildungsangebote der BJV informiert der monatliche Newsletter.

… aus Sicht der Jugendinformation (BÖJI)

Die Österreichischen Jugendinfos bearbeiten jährlich rund 160.000 Anfragen von jungen Menschen. Statistisch zeigt sich, dass die meisten Anfragen zu den Bereichen Arbeit und (Aus-)Bildung kommen. Bei den Jugendinformationsstellen erhalten die jungen Menschen deshalb umfassende Infos und Tipps rund um die verschiedenen Bildungswege. Genauso wichtig ist es den Jugendinfos, Jugendliche über non-formale Bildungsmöglichkeiten im In- und Ausland zu informieren, sowie sie dabei zu unterstützen, ihre in informellen Settings erworbenen bzw. angewendeten Kompetenzen zu erfassen und sichtbar zu machen. Darüber hinaus zielen die non-formalen Bildungsangebote der Jugendinfos selbst, wie zum Beispiel Workshops, immer auch darauf ab, das Empowerment von jungen Menschen zu fördern.

Good Practice-Beispiel

Lost in Information?

Titelbild des Handbuchs "Förderung der Informations-und Medienkompetenz"

Der Umgang mit Information ist in einer Zeit des Informationsüberflusses und der Fake News wichtiger denn je. Der kritische und kompetente Umgang will jedoch gelernt sein. Die Österreichischen Jugendinfos bieten kostenlose und digital-interaktive Workshops zur Förderung der Informations-und Medienkompetenz von Jugendlichen, insbesondere der 12 bis 15-Jährigen, an. Die Übungen stehen als freie Lern- und Lehrmaterialien zur Verfügung.

… aus Sicht der offenen Jugendarbeit (bOJA)

Offene Jugendarbeit ist Teil der Lebenswelt vieler Jugendlicher. Daher findet in ihrem Rahmen selbstverständlich immer auch informelles Lernen statt. Diese Bildungsprozesse fördern Kompetenzen, die die Jugendlichen zu einem selbstbestimmten Leben befähigen. Sie erleben sich als MitgestalterInnen ihrer eigenen Bildung. Ebenso selbstverständlich gehört es zum Grundauftrag Offener Jugendarbeit, nicht-curriculare, partizipative und hinsichtlich der Teilnahme nieder­schwellige und freiwillige sozial­pädagogische Bildungsprozesse gezielt zu initiieren und zu begleiten. Neben der Gestaltung von Bildungssettings gehört die themenzentrierte Bildungsarbeit zum Kompetenzprofil einer Fachkraft der Offenen Jugendarbeit.

Zentrale Themen der Bildung im Kontext OJA sind u.a. die Förderung von politischer Bildung und Beteiligung, Gesundheitskompetenz, kulturelle Bildung, geschlechterreflektierende Identitätsentwicklung  oder digitale Bildung und Medienkompetenz.

Good Practice-Beispiel

13. bundesweite Fachtagung der Offenen Jugendarbeit

Titelbild des Folders "Bildungsort OJA"bOJA veranstaltet die 13. bundesweite Fachtagung der Offenen Jugendarbeit im November 2019 zum Thema „Bildungsort Offene Jugendarbeit“.

… aus Sicht der Österreichischen Nationalagentur (NA)

Lernerfahrungen durch non-formales und informelles Lernen sind zentral in den Programmen Erasmus+: Jugend in Aktion und Europäisches Solidaritätskorps. Die Teilnahme an Projekten dieser Programme fördert persönliche, soziale und berufliche Kompetenzen von Jugendlichen und JugendarbeiterInnen und trägt dazu bei, ein stärkeres europäisches Bewusstsein zu entwickeln. Die Erfahrungen und Lernergebnisse werden in einem Anerkennungsinstrument – dem Youthpass – beschrieben, bestätigt und somit sichtbar gemacht. Da dabei die europaweit definierten Schlüsselkompetenzen für Lebenslanges Lernen genutzt werden, ist der Youthpass europaweit als Nachweis für non-formale Lernerfahrungen anerkannt.

Good Practice-Beispiel

Youthpass

Postkarte zum Youthpass Lernerfahrungen durch non-formales und informelles Lernen werden im Youthpass sichtbar gemacht. Er ist europaweit als Nachweis anerkannt.